Ausbildung
Damit eine Feuerwehr stets auf sämtliche Einsatzsituationen vorbereitet ist, bedarf es einer fundierten und umfassenden Ausbildung der Mannschaft und der Dienstgrade. Taktische Vorgehensweisen, sowie der Umgang mit den diversen Gerätschaften werden hier geschult und geübt. Denn nur was oft geübt wurde, kann dann auch im Einsatzfall und unter extremer Stresseinwirkung einwandfrei funktionieren. Bei der Feuerwehr Bludenz ist der Ausbildungsaufwand aufgrund des breit gefächerten Aufgabengebietes, der vielen Spezialgeräte und des umfangreichen Fuhrparks dementsprechend groß.
Jeder Kamerad muss bei uns grundsätzlich mit jedem Gerät vertraut sein und es auch bedienen können. Ebenso ist es notwendig, dass er im Einsatzfall aufgrund seiner Ausbildung auch mit jedem Einsatzfahrzeug ausrücken kann. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Ausbildungsbereiche die sich wie folgt gliedern:
  1. Brand
  2. Technik
  3. Gefahrgut
  4. Maschinisten (= Fahrer der Einsatzfahrzeuge)
  5. Bezirkseinsatzleitung
  6. Jugend
Jedem dieser Teilbereiche steht ein Ausbildungsleiter mit mehreren Ausbildern vor. Diese Ausbildungseinheiten regeln die gesamte Schulung der Mannschaft, aber auch der Dienstgrade in ihrem Abschnitt und führen Schulungsabende und verschiedenste Übungen durch.
Das Ziel liegt darin, die Szenarien bei Übungen so realistisch wie möglich darzustellen, um so unsere Kameraden auf reale Einsätze bestmöglich vorzubereiten. So werden z.B. zur Ausbildung der Atemschutzgeräteträger Übungsobjekte mit unschädlichem und geruchlosem Disconebel verraucht. Sie müssen sich nun in einer fremden Umgebung, ohne etwas zu sehen, zurechtfinden. Dabei sind vermisste Personen (Jugendfeuerwehrmänner oder Übungspuppen) aufzufinden und zu retten bzw. Brandherde zu lokalisieren und zu löschen. Aber auch in unserer hauseigenen Atemschutzübungsstrecke, in der bei Dunkelheit und Rauch zahlreiche Hindernisse überwunden werden müssen, kommt jeder Atemschutzträger zwei bis drei Mal jährlich zum Einsatz.
Stehen uns alte Abbruchobjekte zur Verfügung, können wir in diesen hin und wieder auch "heiß" üben, d. h. wir entzünden kleinere Brände, um so die Wehrmänner, aber vor allem unsere "jungen Kameraden" im Umgang mit der Hitze und dem Feuer zu trainieren bzw. weiterzubilden.
Wir organisieren jedes Jahr zahlreiche Schrottautos, um an ihnen den Umgang mit den hydraulischen Rettungsgeräten zu üben.

Realistisch dargestellte Unfallszenarien sollen unsere Kameraden auf Einsätze vorbereiten. Dabei gilt es auch oftmals "verzwickte" Lagen in den Griff zu bekommen, wie z.B. Fahrzeuge die auf dem Dach liegen und in denen Personen eingeklemmt sind.
Die enge Zusammenarbeit und mehrere Übungen pro Jahr mit dem Roten Kreuz Bludenz garantieren im Einsatzfall bestes Teamwork.

Aber auch Übungen mit unseren Nachbarfeuerwehren stehen des Öfteren auf dem Programm.
Schulungen im Bereich "gefährliche Stoffe und Güter" sind ein fixer Bestandteil unserer Übungstätigkeit. Jeder Atemschutzgeräteträger ist grundsätzlich auch im Umgang mit den Chemieschutzanzügen ausgebildet.
Die Bedienung und Handhabung der vielen Spezialgeräte in diesem Bereich, aber auch die richtige Vorgehensweise werden regelmäßig geübt.

Ein zweiter wichtiger Ausbildungspunkt beinhaltet die Identifizierung eines Gefahrgutes sowie die richtige und effiziente Bedienung der Gefahrgut-Datenbank. Hier sind im Besonderen die Führungsdienstgrade sowie die Mannschaft des Einsatzleitfahrzeuges gefordert. Über das gesamte Jahr gesehen kommt so eine beachtliche Menge an Ausbildung und Wissen für die Mannschaft, die Dienstgrade und natürlich für jeden der einzelnen Ausbilder zusammen. Man kann sagen, dass jeder Feuerwehrmann grundsätzlich einen zweiten Beruf erlernt hat.